Grüße aus der DDR – Leben in einer Utopie

04.09.2017 19:49

Von: Matthias Hansen

Eine etwas andere Geschichtsstunde erlebte kürzlich der Abiturjahrgang der Winfriedschule (Q3), als der Fotograf Siegfried Wittenburg mithilfe einer Foto-Dokumentation über den Alltag in der DDR berichtete. Im Mittelpunkt stand Wittenburgs eigene Biografie: 1952 in die DDR (Warnemünde) hineingeboren, entdeckte der gelernte Funkmechaniker früh seine Liebe zur Fotografie. Mit der Gründung eines Fotoclubs für Jugendliche und freien Ausstellungen sorgte er alsbald öffentlich für Aufsehen – auch beim Staatsregime, das ihn mit Zensur strafte.

Mit ausgewählten Fotografien aus seinem Privatarchiv vermochte Wittenburg die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Aus der vermeintlichen Banalität der Alltagsfotos erschloss sich dank seiner Erklärungen ein abstraktes Deutungsmuster des Lebens im sozialistischen Teil Deutschlands. So waren etwa aufgrund der DDR-Mangelwirtschaft in den Restaurants die Kellner „Könige“. Sie schrieben den Kunden vor, wie sie sich zu verhalten hatten, wenn sie bedient werden wollten.

Der kräftige Applaus am Ende des Vortrags galt ebenso dem Referenten, Herrn Wittenburg, wie auch Frau Melber (Point Alpha Stiftung) und Herrn Friedel (Hessische Landeszentrale für politische Bildung), die durch ihre organisatorische und finanzielle Unterstützung die außerordentliche Geschichtsstunde ermöglicht haben.



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