„Jetzt liegt es an uns!“

15.06.2017 11:53

Von: Robert Brand

Die Schule ist geschafft und wird losgelassen, es wartet das ‚eigene‘ Leben – mit all seinen Möglichkeiten und auch Herausforderungen. Dies war der Zweiklang, der die Verabschiedung von 91 Abiturienten der Winfriedschule im Juni 2017 geprägt hat.

Schon die Auswahl der Titel für den musikalischen Auftakt der Veranstaltung ließ das spüren: Der Mittel- und Oberstufenchor unter der Leitung von Johannes Haubs sang gemeinsam mit dem Abi-Chor „Go the distance“ aus Disneys „Hercules“, gefolgt vom Abi-Chor mit „Let it go“ aus Disneys „Frozen“.

Anschließend begrüßte Schulleiter OStD Mathias Dickhut die in der Aula versammelten Gäste, insbesondere alle Abiturienten mit ihren Eltern. Er wies darauf hin, dass die Zeugnisübergabe und Verabschiedung ein „denkwürdiges Ereignis“ sei, aus aktuellem Anlass natürlich für die Abiturienten selbst, aber auch vor dem Hintergrund der Schulgeschichte. Auf den Tag genau vor 95 Jahren, am 9. Juni 1922, seien die ersten 32 Schüler an der damals als Aufbauschule neu gegründeten Winfriedschule aufgenommen worden. Neun von ihnen hätten sechs Jahre später das Abitur erlangt. Den 91 Absolventen des Jahres 2017 gratulierte er herzlich zu ihren großartigen Leistungen und zum bestandenen Abitur. Für die Zukunft gab er den jungen Damen und Herren einige Ratschläge im Fach der „ars vitae“, der „Lebenskunst“ mit auf den Weg. In Anlehnung an den Philosophieprofessor Wilhelm Schmid betonte er die Wichtigkeit, zur Sorge um sich selbst und zugleich zur Sorge um andere und um die Gesellschaft fähig zu sein. Schmid spricht mit Blick auf dieses „Sowohl-als-auch“ auch von „altruistischer Selbstliebe“. Glücklich und zufrieden werde nicht, wer stets nur nach dem unmittelbaren persönlichen Nutzen strebe, sondern wer seine Beziehungen pflege und dabei zwischen all den Möglichkeiten, die das Leben bereithalte, selbstbestimmt und klug wähle. Daher appellierte der Schulleiter an die Abiturienten, bürgerschaftliches Engagement zu zeigen und sich in Vereinen, Parteien und ähnlichem einzubringen. Demokratie müsse gelebt werden.

Hedwig Greb von der Elternvertretung verband ihre Glückwünsche an die erfolgreichen Schülerinnen und Schüler mit einem kurzen Rückblick auf die vielen Veränderungen, die die Winfriedschule v.a. mit einem erweiterten Sprachenangebot und den beiden Säulen als KulturSchule und als MINT-EC-Schule erfahren habe. Sie dankte herzlich allen, die den heutigen Abiturienten über diese Jahre hinweg verlässlich durch die Schulzeit geholfen hätten: den Schülerinnen und Schülern selbst, die sich immer wieder gegenseitig unterstützt hätten, den Eltern, die ihren Kindern unverzichtbare Stützen gewesen seien, sowie den Lehrerinnen und Lehrern, die sich ihren Fächern mit Enthusiasmus gewidmet und dabei auch der Werte- und Charakterbildung hinreichend Raum gegeben hätten. Das Beste an der Schule seien die vielfältigen Kontakte, die man habe knüpfen können. Sie gelte es nun zu pflegen!

„Stark Wars – Abisode 2017“ – das diesjährige Abimotto begleitete Stufensprecherin Luisa Weber durch ihren Rückblick auf die Schulzeit, welche mit der Einschulung einer Horde kleiner Klonkrieger ihren Anfang genommen habe. Sie dankte allen Beteiligten in Schule und Elternhäusern für ihre intensive Unterstützung. Die Schülerinnen und Schüler hätten sich so zu „Helden ihrer eigenen Geschichte entwickeln“ können und würden nun endlich den Augenblick erleben, den sie die vergangenen zwölf (oder auch dreizehn) Jahre herbeigesehnt hätten: das Überreichen der Abiturzeugnisse. Ihren Mitschülern gab sie mit auf den Weg: „Jetzt liegt es an uns, unsere Welt so zu prägen und zu gestalten, wie sie uns vorschwebt!“

Während der anschließenden Zeugnisausgabe wurden auch die zehn Schülerinnen und Schüler geehrt, die eine Abiturnote von 1,5 oder besser erreicht haben, Leo Greb sogar für die Traumnote 1,0. Zugleich betonte der Schulleiter noch einmal den großen Erfolg, den dieser Tag für alle Abiturienten bedeute. Und wenn der eine möglicherweise die knapp verpasste Eins vor dem Komma bedaure, sei für den anderen eine Abiturnote von 3,9 ein „persönlicher Triumph“.

Neben MINT-EC-Zertifikaten wurden weitere Auszeichnungen und Präsente wegen besonderer Leistungen in den Fächern Physik, Chemie sowie katholische Religion überreicht, außerdem für besonderes Engagement im Chor, im Schulorchester, in der Big Band, in der Bühnentechnik oder im Junior Science Café.

Die Feier endete mit zwei Liedern, die Helen Wagner (Gesang) und Till Wettig (Gitarre) stellvertretend für die Abi-Band präsentierten. Ein Vorgeschmack auf den Auftritt in großer Runde, der am nachfolgenden Tag beim Abiball folgen sollte.

 

 

 



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