Eindrucksvolle Orgelsoirée mit Gitarre, Cister und Gesang
10.06.2012 18:26
Von: Dorothea Augustinski
Zu seinem letzten OrgelPLUS-Konzert vor der Sommerpause hatte der Verein Fuldaer Orgelbühne in die Winfriedschule eingeladen, diesmal mit Peter Ziegler an der Hahner-Klais-Krawinkel-Orgel, unterstützt durch seine PLUS-Gäste Lothar Ebert (Gitarre), Heiko Zweigelt (Cister), Constanze Schneider (Gesang) und Martin Jansen (Ausführungen zu den mythologischen Gestalten Daphne und Phoebus).
Das Programm umfasste Werke aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert mit einer deutlichen Akzentsetzung auf englischen Komponisten. Den festlichen Rahmen verlieh Ziegler der gut besuchten Veranstaltung mit Jeremiah Clarkes „Trumpet Voluntary“ als Auftakt, der aufhorchen ließ, und dem „Halleluja“ aus Händels „Messias“ als Abschluss, bei dem er die volle Klangpracht der spätromantischen Orgel entfaltete. Mit informativen und humorigen Erläuterungen zu den teils wenig bekannten Komponisten und dem Hintergrund ihrer Werke gelang es Peter Ziegler sowie Constanze Schneider und Martin Jansen, das Publikum auf charmante Weise einzustimmen und Hörerlebnisse zu intensivieren. Ziegler überzeugte nicht nur als Orgelsolist und Moderator, sondern auch im Zusammenspiel mit Lothar Ebert in einer Serenade des Südtirolers Leonhard von Call (1768 – 1815) und als Gitarren-Partner im gefälligen Duo „Die Nachtigall“ aus dem Lautenbuch Jane Pickerings von 1616, das er mit seinem Studienkollegen Lothar Ebert spielte. Ebert, Gründer des „Fuldaer Gitarrenensembles“, gefiel durch seine einfühlsame Interpretation einer Weise von Anthony Holborne („Galliard of Clarkes“) aus dem 16. Jahrhundert und durch feinsinniges Zusammenspiel in weiteren Duos sowie als Gesangsbegleiter.
Eine Überraschung für viele im Publikum war die Begegnung mit einer Cister , einem lautenähnlichen Saiteninstrument der Renaissance, das mit einem Federkiel gespielt wird – gekonnt präsentiert von Heiko Zweigelt. Der Klang des Instrumentes erinnert teils an eine Zither, teils an ein Spinett und verband sich harmonisch sowohl mit Gitarre (in einer Pastorale von Jean Hotteterre) als auch mit Gitarre und Gesang in einem Lied von John Dowland. Dowland stand im Zentrum der Lieder, die Constanze Schneider für dieses Programm ausgewählt hatte. Als Mitglied der Fuldaer Renaissance-Gruppe „Spielleute“ und als Englischlehrerin hat sie eine doppelte Affinität zu Dowland, in dessen altenglischen Lautenliedern („Come again“, „Who ever thinks or hopes of love“, „Daphne was not so chaste“) sie mit ansprechendem Timbre und großem musikalischem Ausdruck ebenso überzeugte wie in einem weiteren traditionellen Lied über Daphne und Phoebus eines Anonymus, diesmal begleitet von Peter Ziegler an der Orgel.
Arthur Herget dankte im Namen des Vereins „Fuldaer Orgelbühne“ allen Mitwirkenden, und das Publikum wusste die kurzweilige Reise durch drei musikalische Epochen und die besondere Konzertatmosphäre der „Orgelbühne“ zu schätzen.
Die nächste OrgelPLUS-Veranstaltung in der Winfriedschule findet aufgrund der Sommerferien erst am 22. August statt.
