Fleißige Schulsanitäter

30.03.2018 19:49

Von: Janette Rehs

13 neue Schulsanitäter an der Winfriedschule

ABCDE – ist nicht nur der Anfang des Alphabetes, sondern auch eine der wichtigsten Eselsbrücken der Schulsanitäter unserer Schule. Im vergangenen halben Jahr absolvierten 13 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen an vier Samstagen die Ausbildung zum Schulsanitäter. Alle meisterten die Prüfung mit Erfolg und wissen nun, dass sie bei einer bewusstlosen Person zuerst die Atemwege überprüfen müssen (airway), dann die Atmung (breathing). Wenn alles in Ordnung ist, wird der Kreislauf kontrolliert (circulation). Im vierten Schritt wird im Bodycheck nach weiteren Verletzungen gesucht (disability) und der Patient wird entkleidet und alles Weitere erkundet (exposure).

Vor allem das Auffinden einer Person mit noch unklarer Verletzung oder Erkrankung wurde trainiert. Dabei hilft den Schulsanitätern „der SAMPLER“. Im Fokus stehen zu Beginn die Symptome des Betroffenen, woraufhin dann nach Allergien gefragt wird. Die Abfrage nach Medikamenten und der letzten Mahlzeit runden die Anamnese ab. Das Erfassen des Ereignisses, das zum jetzigen Zustand geführt hat, sowie die Risikofaktoren (schwanger, übergewichtig, …) des Patienten beenden das Vorgehen. Die Schülerinnen und Schüler haben so eine professionelle Vorgehensweise, mit der sie Versorgte ggf. an den Rettungsdienst übergeben können.

Die Schulsanis wüssten sogar einen Trick, um einen Schlaganfall festzustellen. Mithilfe des FAST-Schemas sind sie in der Lage Symptome eines Apoplex zu diagnostizieren, indem sie das Gesicht (face - „Patient z. B. pfeifen lassen“), die Arme (arms – „Arme anheben, Unterschiedlichkeit beobachten“), die Sprache (speech – „Patient Namen nennen lassen“) und die Zeit (time - „Wie wieviel Zeit ist seit den ersten Symptomen vergangen?“) überprüfen.

All dies und noch vieles mehr über Anatomie und Physiologie lernten die Schülerinnen und Schüler an den Ausbildungssamstagen und festigten ihr Wissen mit Fallbeispielen während der AG-Treffen. Denn an der Winfriedschule hat, dank der neuen Unterstützung, niemand mehr PECH (Pause, Eis, Compression, Hochlagern) gehabt, wenn er sich verletzt.

 

An alle jetzigen Achter:

Wenn euch der Erste Hilfe Kurs am Ende des Schuljahres Spaß macht, könnt ihr auch zu Beginn des nächsten Schuljahres mit in die AG einsteigen und euren Mitschülerinnen und Mitschülern so im Notfall helfen.

 

Exkursion zur Fachhochschule Fulda

Am 22. März unternahm außerdem ein Teil der SSD-Gruppe einen Ausflug zur Fachhochschule Fulda. Der Einladung zu den MINT-Labortagen folgend, wurde ein hochinteressantes Programm für die Schülerinnen und Schüler ausgearbeitet. Da die Zusammenarbeit mit einem Schulsanitätsdienst auch für die Dozentinnen der Fachhochschule Neuland war, entstand vor dem Besuch eine große Neugierde und Freude auf den bevorstehenden Tag.

Wir wurden durch die Laboringenieurin Victoria Pfeffer und zwei weitere Mitarbeiterinnen freundlich begrüßt und zu den Räumlichkeiten des Fachbereiches Pflege und Gesundheit geführt. Nach einem kurzen Warm-Up im Hörsaal teilte sich die Gruppe in drei Grüppchen und durchlief spannende Workshops. In einem wurde die videogestützte Reanimation am Erwachsenen trainiert. Nach Vorgaben der American Heart Association wurden skills des „basic life supports“ wiederholt.  An einer anderen Station durften die Schülerinnen und Schüler wickeln, was das Zeug hält. Unter fachmännischer Anleitung wurden pfiffige Lösungen für stabile und wirkungsvolle Verbände erklärt und ausprobiert. Der dritte Workshop rundete das Angebot ab. Jeder durfte mal an der Simulationspuppe Puls fühlen, Lungengeräusche abhören und den Blutdruck messen. Beim Mittagessen in der Mensa waren sich alle Schülerinnen und Schüler einig: Ein rundum gelungener Tag und hoffentlich bis nächstes Jahr!

Wer weiß? Vielleicht sind schon in einigen Jahren jetzige Winfriedschüler unter den ersten Absolventen des neuen generalistischen Studiengangs „Pflege“ (Änderung im Pflegebildungsgesetz, ab 2020).



Nach oben