| 672/75 | Winfried wird in der Nähe von Exeter (Südengland) geboren |
| um 680 | Winfried wird dem Kloster von Exeter zur Erziehung übergeben |
| später | Eintritt in die Abtei Nursling (bei Winchester); Priesterweihe; Winfried erhält in Nursling eine umfassende Bildung |
| 705 | Winfried vermittelt in kirchenpolitischen Streitfragen |
| 716 | erster Missionsversuch bei den Friesen; Winfried scheitert am Widerstand des Friesenkönigs Radbod; Rückkehr nach England |
| 717 | Winfried wird Abt des Klosters Nursling |
| 718 | Winfried verlässt England für immer |
| 718/19 | 1. Romreise; Winfried erhält von Papst Gregor II den neuen Namen „Bonifatius“; der Papst erteilt ihm eine Missionsvollmacht |
| danach | Bonifatius gewinnt in Bayern den Schüler Sturmius; bei Bekehrungsversuchen scheitert er in Thüringen am Widerstand des dort schon vorhandenen Klerus; auf einer Reise nach „Francia“ hört Bonifatius vom Tod des Friesenkönigs Radbod; er wendet sich der Friesenmission zu und wirkt zwei Jahre in Friesland unter der Leitung von Willibrord |
| 721 | Bonifatius trennt sich von Willibrord; er zieht an das obere Lahngebiet in der Nähe der Sachsengrenze, um dort die noch paganen (‚heidnischen’) Hessen zu bekehren; er gründet in der Nähe des fränkischen Kastells Amöneburg eine erste Klosterzelle |
| 722/23 | 2. Romreise; Winfried wird von Gregor II zum Bischof geweiht; er verpflichtet sich, gegen Bischöfe vorzugehen, die gegen die „instituta sanctorum patrum“ handeln, d.h. gegen die vom Papst gebilligte kirchliche Ordnung |
| 723 | Karl Martell stellt Bonifatius auf Empfehlung von Gregor II einen Schutzbrief aus; die hessische Mission unter dem Schutz von Karl Martell macht Fortschritte; Bonifatius errichtet in Fritzlar eine Kirche; um die Kirche herum entsteht eine zweite Mönchssiedlung; als drittes Kloster entsteht Ohrdruf in Thüringen |
| 732 | Gregor III erhebt Bonifatius zum Erzbischof; Verleihung des „Palliums“ (Abzeichen, das damals der Papst selbst trägt und bevorzugten Bischöfen verleiht) |
| danach | Bonifatius plant die Errichtung einer neuen Kirchenprovinz; vermutlich soll diese nicht nur das eigentliche Missionsgebiet des Bonifatius, sondern den größten Teil des unter fränkischer Herrschaft stehenden rechtsrheinischen Gebietes umfassen; dies erklärt den starken Widerstand der fränkischen Bischöfe am Rhein, die das rechtsrheinische Germanien als ihr Interessengebiet betrachten; die Kirchenprovinz kommt nicht zustande |
| 737/38 | 3. Romreise; Papst Gregor III ernennt Bonifatius zum „Legaten Germaniens“ |
| 739 | Bonifatius errichtet die schon vorgeprägten bayrischen Bistümer Regensburg, Freising, Salzburg und Passau |
| 741 | Tod Karl Martells; Karlmann (fränkisches Ostreich) und Pippin der Jüngere (fränkisches Westreich) treten die Nachfolge an |
| 742 | Gründung der „bonifatianischen Bistümer“ Würzburg, Büraburg (Fritzlar), Erfurt; später noch Gründung des Bistums Eichstätt |
| 743 | erstes fränkisches Reformkonzil |
| 744 | Reformkonzilien von Les Estinnes (im Reichsteil Karlmanns) und von Soissons (im Reichsteil Pippins); Ziel der Konzilien: Wiederherstellung der kirchlichen Rechtsordnung und Erneuerung der ethisch-religiösen Ordnung bei Klerus und Laien; Karlmann ordnet die Bischöfe seines Gebietes dem Legaten Bonifatius unter; Gründung des Klosters Fulda unter der Leitung von Sturmius (12.3.744) |
| 745 | massive Zunahme der Opposition gegen Bonifatius; Widerstand in Teilen des Episkopates gegen die Entscheidung eines gesamtfränkischen Konzils 745, dass Bonifatius Bischof von Köln und Köln zur Metropole der rheinischen Bistümer werde |
| 746 | nach dem Scheitern des Vorhabens zu Köln wird Bonifatius Bischof von Mainz |
| 747 | Karlmann ‚resigniert’ (gibt die Herrschaft ab) und geht ins Kloster; Pippin als Alleinherrscher vertritt eine vorsichtige Kirchenpolitik; er möchte es mit den Großen im Reich nicht verderben und vermeidet den Konflikt mit ihnen; Bonifatius verliert die Unterstützung des fränkischen Herrschers und tritt in den Hintergrund |
| 750 | Pippin holt die Zustimmung des Papstes Zacharias zum Staatsstreich ein |
| 751 | die Reichsversammlung in Soissons ruft Pippin zum König aus; dem letzten Merowingerkönig Childerich III werden die langen Haare (Herrschaftszeichen) abgeschnitten; er wird in Klosterhaft gesteckt; Pippin wird zum König gesalbt, allerdings nicht von Bonifatius, der inzwischen eine schwache Position innehat, sondern von fränkischen Bischöfen |
| 753/54 | Bonifatius unternimmt eine Missions- und Visitationsreise durch Friesland |
| 754 | Ermordung des Bonifatius in der Nähe von Dokkum |