Frühlingserwachen: Premierenfeedback

Nach den beiden bisherigen Aufführungen von Frühlingserwachen des Grundkurses Darstellendes Spiel der Winfriedschule kann man sagen, dass sich die Mühe gelohnt hat. Die Aula war zu beiden Terminen voll besetzt, die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler sprühten vor Spielfreude. Entsprechend guter Stimmung war auch das Publikum, das häufig Szenenapplaus spendete. Zum Schluss gab es sogar stehende Ovationen.

Im Folgenden beschreiben die Darstellerinnen und Darsteller selbst ihre Eindrücke.

Zuerst mal kann man echt nur betonen wie wahnsinnig lieb ich alle gewonnen habe und wie gut man sich kennen lernt... Und das wir uns vorher und nachher alle um den Hals gefallen sind, war schon wirklich sehr rührend. Was mich danach am meisten überrascht hat, war, wie sehr man sich noch mal steigert, wenn man dermaßen viel Adrenalin im Blut hat wie wir vor den Aufführungen. Wenn ich an manche Probe denke, hätte ich niemals erwartet, dass es, wenn es drauf ankommt, so gut wird. Und auch am Freitag, wo wir extrem viel improvisieren mussten, war es verdammt gut. Ich fand irre beeindruckend, was aus dem Stück von allen Beteiligten noch rausgeholt wurde. Mit den Videos, der Musik und den ganzen zusätzlichen Szenen ist das Alles noch so viel besser geworden in meinen Augen und das alles + Kostüme, Bühne, Requisiten - einfach die ganze Aufmachung - hat zu der Geschichte gepasst wie die Faust aufs Auge. Jedenfalls werde ich die ganze Aktion sehr sehr, sehr positiv in Erinnerung behalten, auch wenn manche Proben und viel Fahrerei ziemlich nervig waren. Alles in allem hat sich der ganze Aufwand gelohnt und es hat einfach nur Spaß gemacht. Und nach meinem Monolog hab ich jede Szene einfach nur genossen. Es war eigentlich dann ganz einfach aus sich heraus zu gehen, was natürlich auch mit Sicherheit davon abhing, dass wir uns alle so gut verstanden haben und man keine Angst haben musste, falls was nicht klappt, gleich von allen Seiten Vorwürfe zu hören. Deshalb bin ich auch jetzt schon super traurig, wenn Samstag die letzte Vorstellung vorbei ist.
Aber vorher müssen wir das alles noch mal genießen.
Ann-Kathrin (Paula)

Zu meinen Eindrücken ist zu sagen, dass die ganze Sache als allererstes ein enormer Aufwärtsschwung und Persönlichkeitsschub ist. Es ist wie unter Wasser atmen zu können.
Man wird jemand Besonderes, bringt den Menschen eine Botschaft rüber, man verändert die Gesellschaft und drückt sich selbst persönlich aus. Ganz nüchtern ausgedrückt. Diese Erfahrung begleitet einen jetzt für immer. Am schönsten ist es die aufgeregten Gesichter der Freunde zu sehen, die mit dir zusammen spielen, sie in den Arm zu nehmen und selbst aufgeregt zu sein. Sich gehen zu lassen, die Energie und die Aufregung auf der Bühne zu spüren ist unbezahlbar. Das gleiche zu erleben und gleiche Ängste zu teilen, etwas zu kreieren und dann zu präsentieren schweißt enorm zusammen. Wenn man merkt, dass sich einer aus unserer Gruppe steigert und weiter entwickelt, dann freut man sich auch für den/die. Man weiß, dass es Menschen gibt auf die man sich verlassen kann und die sich auf dich verlassen. Das ist eigentlich das Schönste! Jeder gibt einfach sein Bestes. Und das wichtigste, was ich in der Zeit gelernt habe, ist nicht zu enorm hohe Ansprüche an sich zu stellen und falls mal was nicht klappt, sich nicht fertig zu machen, denn das bringt nichts. The show is not over yet.
Wassili (Moritz)

Aufgeregt und geärgert hat es mich eigentlich nur dann, wenn wir auf der Bühne standen und der Text so gedreht wurde, dass wir improvisieren mussten, aber das war ja eher persönlich bedingt und gemerkt hat es niemand, im Gegenteil.. womit ich auch gleich dabei wäre, was mich besonders überrascht hat! Nämlich dass unsere schauspielerischen Leistungen auf eine so hohe Stufe gestellt wurden und eine derartig gute Kritik bekommen haben, was ich wirklich nicht erwartet hätte! Es ist der Wahnsinn wie unsere Gruppe zusammengewachsen ist und wie sehr mir wirklich alle ans Herz gewachsen sind! Ich find es wirklich sehr sehr schön, und das hat mich auch echt berührt. Wie wir uns Mut gemacht haben vor der Aufführung zusammen oder auch direkt hinter der Bühne, als wir genau hörten wie sich die Aula füllte und "uns das Herz in die Hose gerutscht ist". Da waren wir alle füreinander da, fast unzertrennlich und das ist wirklich und ungelogen eins der schönsten Erlebnisse und Erfahrungen die ich bei dem gesamten Projekt gesammelt habe!
Die einzige Schwierigkeit war unsere starke Erkältung!!! Sich dem Publikum als gesund zu verkaufen und sich nichts anmerken zu lassen war wirklich eine Herausforderung, die wir aber verwundernswerterweise alle sehr gut bewältigt haben. Ich denke wir sind ein richtig gutes Team geworden!!! Und gerade deshalb fällt mir im Moment wirklich kein Argument für ein lachendes Auge ein, wenn es vorbei ist! Ich würde liebend gerne noch viel viel öfter mit dieser wunderbaren Gruppe auf der Bühne stehen!
Melanie (Wendla)

Überrascht hat mich dass die Halle voll war mit Menschen die UNS sehen wollten und dass die Techniker es so schnell auf den Schirm bekommen haben wie wir wann wo wie welches Licht wollen. Besonders gelungen fand ich die Bühne (kam sehr gut an soweit ich gehört hab), die Rollenvergabe (niemand war wirklich austauschbar), wie wir uns in unsere Rollen reingesteigert und sie schließlich sehr authentisch dargestellt haben. Aufgeregt hat mich gleich zu Beginn, dass Reserviert Schilder ignoriert und beiseite gelegt wurden. Berührt hat mich wie wir über den Zeitraum als Gruppe zusammengewachsen sind, wie wir uns gegenseitig hinter der Bühne geholfen haben, wie wir uns vor dem Stück Mut gemacht haben, während der Pause aufgeregt unsere Eindrücke ausgetauscht haben und uns nach der Aufführung um den Hals gefallen sind. Geärgert hat mich, dass ein gewisser Spielpartner bei einer unserer Lieblingsszenen einen entscheidenden Satz vergessen hat. Schwierigkeiten hatte ich mit meinen Schuhen auf die Schaukel-Bühne zu kommen, laut genug zu reden, dass jeder im Publikum einen verstehen konnte.
Dana (Ilse)



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